Alles, was für die bilateralen Beziehungen relevant ist: Ein Rückblick auf die vergangenen zwei Wochen und ein Ausblick auf die kommenden zwei Wochen
Der Rückblick
Gedenken an den 7. Oktober in Deutschland
Am Mittwoch wurde bei zahlreichen Veranstaltungen in Deutschland an den Hamas-Angriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 erinnert. Zu einer Kundgebung unter dem Motto „Nie vergessen. Niemals schweigen“ auf dem Berliner Bebelplatz kamen mehrere Hundert Teilnehmer. Dort sprachen unter anderem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Israels Botschafter in Berlin, Ron Prosor. Das Bundesinnenministerium veröffentlichte einen Teil von Dobrindts Rede auf X.
Ähnliche Kundgebungen gab es in vielen weiteren deutschen Städten. Am selben Tag fanden auch mehrere israelfeindliche Demonstrationen statt, auf denen positiv auf den Hamas-Angriff Bezug genommen wurde. Eine Demonstration unter dem Motto „Until total liberation“ in Berlin wurde von der Polizei vorzeitig aufgelöst, nachdem Teilnehmer mehrere Straftaten begangen hatten, wie die Polizei auf X schreibt.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte laut Pressemitteilung anlässlich des Jahrestages: „Wir stehen für die Sicherheit und Existenz Israels ein – das ist Lehre aus der Shoah und Teil deutscher Identität.“ Es müsse nun darum gehen, „das Fundament einer neuen Ordnung zu legen, in der Israelis, Palästinenser und ihre Nachbarn in Frieden und Sicherheit leben können“, so Merz.
Der Deutsche Bundestag befasste sich in einer einstündigen Debatte mit dem Hamas-Angriff und seinen Folgen für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland. Die Reden aller Abgeordneten sind hier abrufbar.
In Israel fand das offizielle staatliche Gedenken an den Hamas-Angriff bereits am Montag statt. Am Mittwoch kamen zahlreiche zivilgesellschaftliche Veranstaltungen hinzu. Einen Überblick darüber, wie der 7. Oktober in Israel begangen wurde, gibt es unter anderem bei „The Times of Israel„.
Umfrage: Deutsche weniger pro-israelisch geworden
Laut einer Studie der Hebräischen Universität Jerusalem hat das Ansehen Israels in der deutschen Bevölkerung seit Beginn des Gaza-Kriegs abgenommen. Demnach gaben 19 Prozent der befragten Deutschen an, in den vergangenen drei Jahren pro-palästinensischer geworden zu sein. Acht Prozent sagten, ihre Haltung sei pro-israelischer geworden. 46 Prozent gaben an, dass sich ihre Position nicht verändert habe.
Von den befragten Israelis nimmt eine relative Mehrheit von 43 Prozent Deutschland als den größten Freund Israels in Europa wahr. Im Vergleich zu 2024 betrachten weniger Israelis den Aufstieg der AfD in Deutschland als gefährlich. Alle Ergebnisse der Studie, die die Einstellungen in Israel und vier europäischen Ländern miteinander vergleicht, find…


