Wegen kontroverser Aussagen zur SS haftet dem AfD-Politiker der Ruf eines Verharmlosers der Nazi-Verbrechen an. Nun war er in Israel, um sich zu rechtfertigen. Reicht das, um den Weg zu einer Annäherung zwischen der AfD und der israelischen Rechten freizumachen?
Er sei zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder in Israel, sagte Maximilian Krah in einem am Dienstag veröffentlichten Video, aufgenommen am Strand von Tel Aviv. „Schön hier“, so der AfD-Bundestagsabgeordnete. „Die Menschen sind fröhlich, das Wetter ist großartig“ und „auch das Essen schmeckt“. Er besuche seinen Sohn, der gerade ein Praktikum in Israel mache, erläuterte Krah. Und: „Ich selbst hatte auch einiges klarzustellen.“
Krah meint damit Aussagen in einem Interview, das er der italienischen Zeitung „La Repubblica“ im Mai 2024 gegeben hatte. Darin sagte er über die nationalsozialistische Organisation „Schutzstaffel“ (SS): „Ich werde nie sagen, dass jeder, der eine SS-Uniform trug, automatisch ein Verbrecher war.“ Zwar habe es „sicherlich einen hohen Prozentsatz an Kriminellen“ gegeben, so Krah, „aber nicht alle waren kriminell“.
Im Interview mit dem reichweitenstarken israelischen Newsportal „Ynet“ wurde Krah mit seiner Aussage zur SS konfrontiert.
Die SS war unter anderem für die Verwaltung der NS-Konzentrationslager zuständig und wurde bei den Nürnberger Prozessen zur „verbrecherischen Organisation“ erklärt.
Die Aussagen Krahs wurden vielfach als Verharmlosung der SS kritisiert und lösten einen internationalen Skandal aus, der dazu beitrug, dass andere europäische Rechtsaußen-Parteien – etwa der französische „Rassemblement National“ – zunehmend auf Distanz zur AfD gingen. Krah selbst geriet wegen des Interviews und anderer Skandale in der eigenen Partei zeitweise ins Abseits. Nach der Bundestagswahl 2025 wechselte er vom Europaparlament in den Bundestag und ist seitdem in der AfD weitgehend rehabilitiert worden. Doch in Israel haftet ihm der Ruf des NS-Verharmlosers nach wie vor an.
Israelische Journalistin zufrieden mit Krahs Distanzierung
Dort hatte Krah nun die für AfD-Politiker seltene Gelegenheit, sich zu erklären. Im Interview mit dem reichweitenstarken israelischen Newsportal „Ynet“ wurde er mit seiner Aussage zur SS konfrontiert. Inhaltlich verteidigte er diese zwar, nannte sie aber gleichzeitig „komplett dumm“ und „ein kommunikatives Desaster“. Die israelische Journalistin Sharon Kidon, die das Interview führte, gab sich zufrieden: „Es ist ausreichend für mich, dass Sie sagen, es zu bereuen.“
„Und damit ist es vorbei“, triumphierte Krah in seinem Video vom Tel Aviver Strand. „Es ist aufgeklärt.“ Wer ihn jetzt noch als einen Relativierer der Nazi-Verbrechen hinstelle, sei „ein Verleumder“.
Für Krah geht es um mehr als nur die Richtigstellung einer seiner Meinung nach missv…


